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Wenn die Klimaanlage den Heizbetrieb übernimmt
12/08/2026
Wenn die Klimaanlage den
Heizbetrieb übernimmt
Eine Auswertung von Panasonic zeigt die wachsende Bedeutung von Luft/Luft-Wärmepumpen für den Heizbetrieb.


81 Prozent der untersuchten Geräte wurden ausschließlich zum Heizen oder sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen genutzt. In der Comfort-Cloud-Stichprobe entfielen im Durchschnitt 72,4 Prozent der gesamten Betriebszeit auf den Heizmodus. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Heizfunktion ist kein Zusatznutzen, sondern ein zentraler Einsatzbereich der Geräte.
Vor dem Hintergrund der europäischen Wärmewende erhält diese Erkenntnis besondere Relevanz. Bis 2030 sollen mindestens 60 Prozent der Wärmeversorgung in Gebäuden aus erneuerbaren Energien stammen. Reversible Luft/Luft-Wärmepumpen können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, da sie elektrisch betrieben werden und sowohl effizientes Heizen als auch Kühlen ermöglichen.
Grundlage der Untersuchung
Die Analyse stützt sich auf tatsächliche Betriebsdaten der Panasonic Comfort Cloud, einer Plattform zur Steuerung und Überwachung netzwerkfähiger Klimasysteme. Die Datengrundlage umfasst Zehntausende aktive Luft/Luft-Wärmepumpen und Klimageräte aus mehreren europäischen Ländern im Zeitraum von Januar bis Dezember 2024.
Erfasst wurden der Betriebsmodus, die Laufzeit und die Nutzerregion. Berücksichtigt sind ausschließlich Anlagen in Wohngebäuden, während gewerbliche Systeme nicht in die Untersuchung einflossen. Sämtliche Daten liegen anonymisiert und aggregiert vor, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Nutzer möglich sind. Die Stichprobe umfasst ausschließlich netzwerkfähige Systeme von Panasonic.
Ziel der Untersuchung war es, das tatsächliche Nutzungsverhalten dieser Geräte im europäischen Wohngebäudesektor empirisch zu erfassen. Im Mittelpunkt standen ihre Bedeutung als Heizsystem sowie regionale Unterschiede in der Nutzung.
Damit liegt eine umfangreiche, herstellereigene Datenbasis vor, die zeigt, wie Luft/Luft-Wärmepumpen und Klimageräte im Alltag zum Einsatz kommen.
Für die methodische Auswertung fasste das Forschungsteam zunächst die Laufzeiten jedes Geräts nach Betriebsmodus zusammen. Auf dieser Grundlage ließ sich für jedes Land der prozentuale Anteil der Heizzeit an der gesamten Betriebszeit bestimmen. Im Anschluss wurden die Ergebnisse für Nord-, Mittel- und Südeuropa verglichen und um eine Analyse der saisonalen Nutzungsmuster ergänzt.

Deutschland
nutzt Klimasysteme überwiegend zum Heizen
Die
Auswertung ergibt für Deutschland einen Heizanteil von 69,8 Prozent an der
gesamten Betriebszeit. Damit liegt der Wert etwas unter dem europäischen
Durchschnitt. Reversible Klimasysteme dienen hierzulande also längst nicht mehr
nur der sommerlichen Kühlung. Ein wesentlicher Teil ihrer Laufzeit entfällt auf
die Wärmeversorgung.
Besonders im Geschosswohnungsbau wird die Klimaanlage zunehmend als vollwertiges Heizsystem wahrgenommen. Diese Entwicklung wird durch steigende Energiepreise, gezielte Förderanreize und eine wachsende Sensibilisierung für elektrische Heizsysteme begünstigt.

Für
den Gebäudebestand ist diese Entwicklung besonders relevant. Eine
Luft/Luft-Wärmepumpe gibt die erzeugte Wärme direkt über die Raumluft ab. Sie
benötigt daher weder Heizkörper noch eine Flächenheizung. Dadurch ergeben sich
Einsatzmöglichkeiten in Gebäuden, in denen eine geeignete wassergeführte
Wärmeverteilung nicht vorhanden ist oder die vorhandene Bausubstanz nicht
verändert werden soll oder kann.
Ein
mögliches Anwendungsfeld sind Wohnungen mit Gasetagenheizung. Wenn die
Wärmeversorgung einzelner Einheiten schrittweise elektrifiziert werden soll,
kann eine dezentrale Lösung den Aufbau einer zentralen Wärmeverteilung
überflüssig machen. Auch in kompakten Wohngebäuden sind kurze Montagezeiten und
ein geringer Platzbedarf von Vorteil.
Hohe
Heizanteile im Norden Europas
In
Skandinavien ist die Nutzung der Heizfunktion besonders ausgeprägt. So
entfielen in Norwegen 95,6 Prozent der Betriebszeit auf den Heizmodus, in
Dänemark waren es 94,7 Prozent. Reversible Klimasysteme werden somit dort
überwiegend zur Raumheizung betrieben. Diese intensive Nutzung ist auf die hohe
Effizienz moderner Systeme auch bei extremen Temperaturen zurückzuführen.
Panasonic bietet mittlerweile Geräte an, die selbst bei Außentemperaturen von
bis zu -25 °C eine stabile Heizleistung liefern und somit vollständig
wintertauglich sind.
Die Zahlen legen nahe, dass die Heizfunktion nicht grundsätzlich auf milde Übergangszeiten beschränkt ist.

In
Südeuropa liegt der Schwerpunkt zwar weiterhin auf der Kühlfunktion, doch das
Heizen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In Italien beträgt der Heizanteil 43,8
Prozent, in Spanien 42,5 Prozent. In der untersuchten Stichprobe blieb die
Kühlfunktion damit erwartungsgemäß wichtiger als in Nord- und Mitteleuropa.
Dennoch entfiel auch in Italien und Spanien ein erheblicher Teil der
Betriebszeit auf das Heizen. Panasonic interpretiert dies als Hinweis darauf,
dass die Geräte im Herbst und Frühjahr als Übergangs- oder Zusatzheizung
genutzt werden. Welche Funktion die Geräte im gesamten Heizsystem der
jeweiligen Gebäude übernehmen, wurde jedoch nicht erfasst.
Der
Nord-Süd-Unterschied spiegelt dabei sowohl klimatische als auch ökonomische
Faktoren wider: In kälteren Regionen sind es vor allem hohe Strompreise und die
CO₂-Bepreisung,
die den Ausschlag für den Heizeinsatz geben, während im Süden Komfort und
Flexibilität im Vordergrund stehen.
Über
alle Märkte hinweg konzentrierte sich der Heizbetrieb vor allem auf die Monate
Oktober bis April. Viele Geräte liefen im Automatikmodus und wechselten
zwischen Heizen und Kühlen, wodurch sich die Gesamtjahresnutzungsrate der
Geräte spürbar erhöht. Multi-Split-Systeme wurden im Durchschnitt länger zum
Heizen genutzt als Single-Split-Geräte, was auf ihren häufigeren Einsatz in
größeren Wohnungen oder Einfamilienhäusern hindeutet.
Vom
Raumklima zum vollständigen Heizsystem
Die intensive Nutzung von Luft/Luft-Wärmepumpen zeigt, dass
diese eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Wärmeversorgung spielen. Aus
diesem Grund haben die Ingenieure von Panasonic das Klimasystem Power Heat
Multi speziell für den Heizbetrieb in kalten Klimazonen entwickelt. Das
Multisplit-Außengerät stellt laut Hersteller auch bei Außentemperaturen bis -25
°C noch Heizleistung bereit. Das Modell für zwei Räume beispielsweise erreicht
bei -25 °C bis zu 3,9 kW Heizleistung. Die Energieeffizienzklasse dieses
Modells liegt im Heizbetrieb bei A+. Das Modell für drei Räume kommt auf einen
SCOP von 4,6, die Energieeffizienzklasse liegt hier im Heizbetrieb bei A++. In
Verbindung mit Etherea-Z-Innengeräten stehen neben dem Heiz- und Kühlbetrieb
auch eine integrierte WLAN-Steuerung und die Nanoe-X-Luftreinigungsfunktion zur
Verfügung.

Wenn
daraus jedoch ein vollständiges elektrisches Heizungskonzept entstehen soll,
muss auch die Warmwasserbereitung berücksichtigt werden. Panasonic empfiehlt
hierfür die Kombination des Power-Heat-Multi-Systems mit einer separaten
Aquarea-Brauchwasser-Wärmepumpe. Während das Power-Heat-Multi-System das Heizen
und bei Bedarf das Kühlen eines oder mehrerer Räume übernimmt, stellt die
Brauchwasser-Wärmepumpe unabhängig davon Warmwasser bereit.
Die
Brauchwasser-Wärmepumpen der Aquarea-Reihe arbeiten mit dem natürlichen
Kältemittel R290. Es werden sechs Varianten mit einem Speichervolumen von 100
bis 260 Litern angeboten, die sich für die Wandmontage oder Bodenaufstellung
eignen. Die Geräte erreichen die Energieeffizienzklasse A+ und arbeiten bei
Außentemperaturen bis -7 °C ohne Heizstab.
Relevanz
für Fachhandwerk und Wärmewende
Technisch
gesehen ist ein reversibles Klimagerät eine Luft/Luft-Wärmepumpe. Da in
Deutschland fast 70 Prozent der Betriebszeit dieser Geräte auf das Heizen
entfallen, sollte diese Funktion bei der Beratung und Auslegung angemessen
berücksichtigt werden.
Damit
erweitert sich für Fachbetriebe das Spektrum möglicher Sanierungskonzepte.
Neben zentralen Luft/Wasser-Wärmepumpen können dezentrale Luft/Luft-Systeme
eine Option sein, wenn eine schnelle Installation, geringe Eingriffe in die
Bausubstanz und eine raumbezogene Wärmeversorgung gefragt sind. In Kombination
mit einer eigenständigen Brauchwasser-Wärmepumpe wird aus der Raumklimalösung
ein vollständiges elektrisches Versorgungskonzept.
Luft/Luft-Systeme
sind zudem besonders für preissensible Haushalte als Einstieg in die
Elektrifizierung geeignet sowie für den Modul- und Containerbau, der von kurzen
Installationszeiten und kompakter Bauweise profitiert. In Kombination mit
Photovoltaik und intelligenten Steuerungen lassen sich zudem lokale,
netzentlastende Heizlösungen realisieren.
Für
Panasonic ergeben sich daraus mehrere Ansatzpunkte: Technologisch durch die
Weiterentwicklung der Datenanalyse zur Prognose von Heizverhalten und
Wartungsbedarf, kommunikativ durch eine stärkere Positionierung der Geräte als
Ganzjahres-Komfortsysteme unter dem Motto „Heizen mit der Klimaanlage“ und
politisch durch die Nutzung der Comfort-Cloud-Daten als Informationsbasis für
die Weiterentwicklung der Wärmewende.





























