HADOC: Clevere Wärmepumpen-Konzepte für den Mehrgeschosswohnungsbau

Oberinntal, Tirol. Österreich

2020

Residential

Außengeräte: Außengeräte der Panasonic Split-Wärmepumpen auf dem Dach installiert
Innengeräte: Kombi-Hydro-Modul
Bedienung:


Projektherausforderung

Das HADOC 3 Mehrfamilienhaus: Zum Wohnen ist die Hanglage wunderschön - für die Heizungsinstallation bringt sie allerdings einige Herausforderungen mit sich.

Lösung und eingesetzte Technologie

Einleitung
 Mit den HADOC-Mehrfamilienhäusern entwickelte die HADOC Baugenossenschaft aus Telfs in Tirol ein intelligentes Konzept, um Käufern außerhalb der städtischen Ballungsräume Wohnraum zu günstigen Preisen anbieten zu können. Unter dem Motto „Wohnen muss fair. Wohnen muss leistbar. Wohnen muss nachhaltig sein.“ wurden gemeinsam mit dem Heizungsfachbetrieb Stecher Installationen aus Prutz auch clevere Konzepte für Heizung und Warmwasserversorgung für die drei mehrgeschossigen Wohnanlagen HADOC 1,2 und 3 entwickelt. 
 Bei der Planung der HADOC-Wohngebäude nahmen sich die Planer die Automobilindustrie zum Vorbild. Wie bei der Automobilserienfertigung setzte man auch beim Bau der HADOC-Gebäude auf eine Art Modulbauweise, die in den verschiedensten Zusammenstellungen immer wieder genutzt werden kann.

 Innovative Heizkonzepte
 Die Gebäude wurden in einem ganzheitlichen Planungsprozess entwickelt. Schon 2014 im Vorfeld der Konzeptentwicklung zog man die Spezialisten für Heiz- und Haustechnik der Firma Stecher Installationen hinzu, um eine optimale Lösung für die Heizung und die Warmwasserbereitung zu finden.

 So wurden im Vorfeld zwei Varianten verglichen. Zum einen ein zentral beheiztes Gebäude mit einer zentralen Heizungsanlage im Keller. Und andererseits eine dezentrale Heizlösung mit individueller Heizung und Warmwasserbereitung für jede einzelne Wohnung. So wie es letztendlich auch bei den HADOC-Projekten umgesetzt wurde.

 Das Ergebnis: Mann kam auf ungefähr gleiche Investitionskosten, denn für die zentrale Lösung wären im Mehrfamilienwohnhaus eine Vielzahl an Zählerinstallationen für Heizung und Warmwasser notwendig gewesen. Und nicht zu vergessen: Diese Zähler hätten später aufgrund der gängigen Vorschriften auch regelmäßig getauscht werden müssen.

 Aus Hygienegründen hätte bei der zentralen Lösung die Warmwasserzirkulationsleitung 24 Stunden in Betrieb sein müssen und das 365 Tage im Jahr bei Vorlauftemperaturen von 60-65 °C, um Legionellen zu vermeiden.

 Bei der letztendlich umgesetzten Insellösung verfügt jede Wohnung über eine eigene Heizungsanlage. Die Warmwasserbereitung und natürlich auch die Heizungseinstellung bleiben den einzelnen Besitzern überlassen, d. h. jeder kann selbst entscheiden, wie warm er es haben möchte und wie warm die Temperatur seines Warmwassers sein soll. Da bei der Wärmepumpe die Vorlauftemperatur einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Gesamtanlage hat, kann dies auch Auswirkungen auf die Betriebskosten der eigenen Wohnung haben.

 Ziel des Konzepts ist es, zudem auch die Kosten für die Hausverwaltung so schlank wie möglich zu halten. Im Prinzip rechnet jeder Wohnungsbesitzer seine Strom- und Wasserkosten direkt mit dem Versorger ab.

Auf der Suche nach der passenden Heizungstechnik
  Bei den Projekten 1 und 2 liebäugelte man noch mit einer Gastherme. Dies musste aber schnell verworfen werden, denn um die geplante Insellösung mit einer eigenständigen Heizung und Warmwasserbereitung für jede Wohnung realisieren zu können, hätte man in jede Wohneinheit eine eigene Gasleitung legen müssen. Das wäre nicht nur sehr aufwändig gewesen - denn die Gasleitungen hätten durch das ganze Gebäude gelegt werden müssen - es hätte natürlich auch viele Sicherheitsfragen aufgeworfen.

Heizung und Warmwasser mit der Wärmepumpe
  Auf der Suche nach dem einfachsten und kostengünstigsten Heizkonzept kam man schließlich zur Wärmepumpe. Mit der Wärmepumpe ließen sich die individuellen Heizkonzepte mit einer eigenen Heizung und einer Warmwasserbereitung in jeder Wohnung problemlos umsetzen. 
 Bei HADOC 3 kamen erstmals die Geräte von Panasonic zum Einsatz. Insbesondere das Kombi-Hydromodul war ein Argument für den Bauträger auf Panasonic umzusteigen.

Kombi-Hydromodul
 Bei der Insellösung des HADOC-Konzeptes werden die Vorteile des Panasonic Kombi-Hydromoduls deutlich. Die Geräte verfügen über einen wartungsfreien Edelstahlwasserspeicher und lassen sich mit einer Stellfläche von 70 × 70 cm problemlos in den Haustechnikräumen der einzelnen Wohnungen positionieren.

 Im Gegensatz zu vielen anderen Innengeräten finden im Panasonic Kombi-Hydromodul alle für den Betrieb benötigten Komponenten Platz. So sind zum Beispiel die Sicherheitsstation mit Sicherheitsventil und Monometer bereits im Gerät integriert, genauso wie das Ausdehnungsgefäß. Das Innengerät von Panasonic ist also wirklich kompakt. Und optisch findet es problemlos zwischen Waschmaschine und Gefriertruhe Platz - ohne unnötige Staubfänger wie ein externes Ausdehnungsgefäß. Auch Pumpengruppen oder Sicherheitsventil verschwinden im Gerät.

 Mit anderen Innengeräten ist ein aufgeräumter Haustechnikraum deutlich aufwändiger. Die Ausdehnungsgefäße können kaum kaschiert werden. Und die Sicherheitsbauteile Manometer und Sicherheitsventile müssten aufwändig in einem Verteilerschrank montiert und die Leitungen unter Putz verlegt werden, um einen halbwegs ansehnlichen Haustechnik-Raum vorzeigen zu können.

 Bei den Panasonic Kombi-Hydromodulen fällt dies weg. Auch die Installation gestaltet sich sehr einfach. „Alle Anschlüsse werden von hinten zugeführt und über einen Kanal nach vorne weitergeleitet, so dass der Anschluss problemlos von vorne stattfinden kann. Nach Abschluss der Installation sind keinerlei Rohre oder Anschlüsse mehr zu sehen. Das Panasonic Kombi-Hydromodul ist dann optisch kaum mehr von einem größeren Kühlschrank zu unterscheiden!“, so Klaus Stecher, Geschäftsführer der ausführenden Firma Installationen Stecher.

  Obwohl die Anschaffungskosten für die Kombi-Hydromodule etwas höher sind, amortisieren sich die Mehrkosten dafür innerhalb kürzester Zeit. Denn die Geräte sind deutlich günstiger im Betrieb. Nicht zuletzt hat man auch auf diese Lösung von Panasonic gesetzt, weil sich die Wohnungen unter dem Aspekt Ökologie und Betriebskosten deutlich besser verkaufen lassen. Einsparung und Komfort gegenüber der rein elektrischen Warmwasserbereitung der Vorgängerlösungen waren starke Verkaufsargumente. Und im Gegensatz zu den Geräten der Vorgänger-Projekte sind Kombi-Hydromodule mit einem Edelstahlspeicher ausgestattet, der absolut wartungsfrei ist.

Günstige Betriebskosten durch neue Lösung
 Durch die neue Lösung mit den Panasonic-Luft/Wasser-Wärmepumpen konnten die Betriebskosten der einzelnen Wohneinheiten deutlich gesenkt werden. Im Schnitt liegen die Betriebskosten für Stromheizung und Warmwasser pro Wohneinheit um die 120-130 € pro Monat. Wie individuell die Verbrauchskosten allerdings sein können, zeigt sich auch bei diesem Projekt. In einer Wohneinheit wurde es mit der Technik von Panasonic tatsächlich möglich, die Betriebskosten auf zwischen 35-30 € pro Monat zu senken!

Herausforderung des Projekts – die Höhenunterschiede
 Bei HADOC 3 setzte man auf einen viergeschossigen Bau. Aufgrund der vier Geschosse ergaben sich extreme Höhenunterschiede bei der Installation der Wärmepumpen. Denn aus Lärmschutzgründen sollten die Außengeräte auf dem Dach installiert werden. Die Kältemittelleitungen der Wärmepumpen mussten deshalb bis zu 12 m in der Höhe überwinden. Diese Herausforderung schränkte das Wettbewerberfeld bei der Auswahl der Wärmepumpen deutlich ein. Beim Projekt kamen die Aquarea-Wärmepumpen der LT-Serie mit sieben KW pro Wohneinheit zum Einsatz. Denn die Panasonic Luft/Wasser-Wärmepumpen waren in der Lage diese extremen Höhenunterschiede problemlos zu meistern.

 HADOC-Konzept nur mit Split-Wärmepumpe
 Die Entfernungen zwischen Außen- und Innnengerät waren auch ein Grund, warum man auf Split-Wärmepumpen setzte, die beide Innen- und Außenmodul über eine Kältemittelleitung verbinden. Denn Split-Wärmepumpen sind wesentlich flexibler bei der Planung. Auch größere Leitungslängen sind problemlos realisierbar und Höhenunterschiede können einfacher überwunden werden. Mit hydraulischen Systemen wäre eine solche Konstellation kaum umsetzbar gewesen.

Hanglage
 Eine weitere Herausforderung bei der Verlegung der Leitungen war die Hanglage. Deshalb mussten die Geschosse verschoben geplant werden, was die Leitungsführung deutlich verkompliziert, da keine geraden Versorgungskanäle nach oben oder unten möglich waren. Dies verlängerte die Leitungen zwischen Außen- und Innengeräten nochmal um einige Meter.

Kurze Planungsphase – schnelle Umsetzung
 Da die Grundidee der HADOC-Projekte immer gleich ist, war die Planungsphase für das Projekt 3 vergleichsweise kurz. Zudem konnte man auf die Erfahrungswerte der Vorgängerprojekte zurückgreifen. Im September 2017 wurden die ersten Angebote geschrieben und am im Oktober 2017 beauftragt. Gleich darauf begannen die Rohbauarbeiten.

 Die Rohinstallation der Heizung führte die Firma Stecher Installationen von März bis Mai 2018 durch. Im Juli 2018 wurde dann die Heizungsanlage montiert und mit der Estrichausheizung begonnen. Im November 2018 war das Gebäude fertiggestellt und die ersten Käufer konnten einziehen.

Reibungsloser Betrieb trotz strengem Winter
  „Die Panasonic Anlagen laufen bis dato absolut reibungslos. Bis jetzt war kein einziger Wartungseinsatz für die Aquarea Wärmepumpen notwendig“, so Klaus Stecher, Inhaber der Installationsfirma.

 Die Panasonic Luft/Wasser-Wärmepumpen hatten selbst in einem Winter mit viel Wind, lauen Tagestemperaturen und einem hohen Schneeaufkommen mit riesigen Schneeflocken keinerlei Probleme mit dem Abtauvorgang. Die Geräte liefen über den ganzen Winter problemlos. „Hier macht sich die Vorgehensweise von Panasonic bezahlt, die Geräte intensiv unter extremsten Bedingungen zu testen. Extreme Bedingungen für die Wärmepumpe, d.h. feuchte Luft und starke Temperaturschwankungen über Tag und Nacht“, so Klaus Stecher.

Überwachung über die Panasonic Aquarea Service Cloud
 Alle Panasonic Luft/Wasser-Wärmepumpen der HADOC-Projekte sind über das Internet in die Aquarea Service Cloud von Panasonic eingebunden. Mit der Aquarea Service Cloud kann das Wartungsteam der Firma Stecher Installationen über das Internet problemlos auf die Aquarea-Wärmepumpen zugreifen. Alle Installationen, auf die der Fachhandwerksbetrieb Zugriff hat, sind auf der Startseite aufgelistet. Nach der Auswertung der Daten können die Einstellungen des Reglers bearbeitet werden, als stünde der Service-Techniker direkt vor dem Gerät. Er hat aber dank des größeren Bildschirms einen wesentlich besseren Überblick. Auf diese Weise können Vor-Ort-Einsätze auf ein Minimum reduziert werden. Zudem unterstützt die Panasonic-Cloud die Wärmepumpenspezialisten der Firma Stecher Installationen dabei, Reparatur- und Wartungsaufgaben möglichst effizient abzuwickeln. Dabei ist die Aquarea Service Cloud für den Handwerksbetrieb kostenlos!

Ausblick HADOC 4, 5, 6
 Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Panasonic-System setzt man auch bei den Folgeprojekten HADOC 4, 5 und 6 auf die Lösung von Panasonic mit dem gleichen Konzept. Allerdings kamen ab dem Projekt HADOC 5 bereits die Wärmepumpen der Panasonic J-Serie zum Einsatz, die mit dem modernen Kältemittel R 32 betrieben werden.

 Das ist nicht nur besser für das Klima. Das moderne Kältemittel R 32 ist bei dem Verkauf der Wohnungen der Folgeprojekte auch ein interessantes Verkaufsargument.

 Laut Klaus Stecher war der sehr erfahrene und kritische Bauträger der HADOC-Projekte äußerst zufrieden mit dem Konzept, da die Anlagen immer problemlos funktionieren. Damit passen die Aquarea Luft/Wasser-Wärmepumpen genau in das HADOC-Konzept: Wohnen unkompliziert und bezahlbar zu machen.

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